Wir optimieren Ihren Text - damit es ein Buch werden kann...

Hier ist ein Beispiel, wie wir aus einer recht nüchternen Aneinanderreihung von Fakten, die uns eine Autorin übergab, einen gut lesbaren, spannungsreichen, romanhaft angereicherten Text geschrieben haben. Manchmal - so ist hier zu merken - ist "mehr" dann doch "MEHR", weil es angebracht ist.

Ausgangstext

Gaby Schmidt wurde als zweites von vier Kindern geboren. Ihre ältere Schwester war 14 Monate älter als sie, die beiden jüngeren Schwestern  waren 2 bzw. 4 Jahre jünger.

Das Erste woran sie sich erinnern konnte, war, wie sie mit ihren Schwestern im Sandkasten auf dem Hof saß, mit den selbstgestrickten Überhosen der Großmutter, und mit Schaufeln und Förmchen spielte. Das Tor zum Hof war abgeschlossen und würde auch noch lange abgeschlossen bleiben.

Die Eltern waren stets besorgt um ihre Kinder. Der Vater verdiente sein Geld als Ingenieur, die Mutter war Hausfrau. Der Sandkasten befand sich unterhalb eines Birnbaums und bot auch im Sommer immer Schatten.
Seltsamerweise konnte sich Gaby Schmidt, mit wenigen Ausnahmen, erst an ihr Leben erinnern, seit sie zur Schule ging. Der Schulanfang war schwierig für sie. Sie erkrankte immer wieder an der Blase und bekam von ihrer Mutter eine Entschuldigung geschrieben, da sie so häufig zur Toilette musste. Sie war recht
gut in der Schule. Insbesondere in Musik und Sport glänzte sie. Sie konnte sehr gut singen, was ihr die Bewunderung der Klassenkameraden einbrachte.

Im Sport war sie sehr mutig und traute sich an die höchsten Hürden heran. Auch das brachte ihr den Beifall der Mitschüler. Sie half auch gerne einer geistig zurückgebliebenen Schulkollegin, indem sie ihr die jeweiligen Übungen vormachte
und ihr Mut zusprach.

 

Häufig bekam sie für ihre rege Beteiligung am Unterricht Fleißkärtchen der Lehrer. Manchmal musste sie auch nachsitzen, da sie immer auf dem Stuhl herumgaukelte. Sie war, was man heutzutage als hyperaktiv bezeichnen würde.

In den Pausen versteckte sie sich mit einigen anderen Schülern innerhalb des Schulgebäudes, was natürlich verboten war. Das brachte ihr, nachdem sie sich im Musikraum hinter einer Tafel auf Rollen versteckt hatte und erwischt worden war, eine Ohrfeige der Schuldirektorin ein. Wie sie nach vielen Jahren hörte, war die Schuldirektorin vom Dienst suspendiert worden.

Es war eine schöne Zeit in der Grundschule. Sie hatte mehrere Freundinnen und Freunde, mit denen sie auch die Nachmittage verbrachte.
Eine Freundin rauchte zu der Zeit bereits ihre erste Zigarette. Mit anderen Freunden lief sie Rollschuh und spielte Völkerball. Zu Hause war die Welt in Ordnung. Wenn man von der Schule kam, erzählte man der Mutter, was in der Schule passiert war.

 

 

Und hier lesen Sie die überarbeitete Version

„Ulla! Das sag ich Mama!“ Gaby weinte. Der Sand brannte ihr in den Augen. Aber mehr noch hatte sie Angst vor dem leicht vorwurfsvollen Blick, mit dem ihre Mutter sich die schmutzige Strickweste anschauen würde. „
Die muss ich mit der Hand waschen, Kind. Kannst du nicht besser aufpassen?“
Dieser Blick, das war eine der schlimmsten Strafen, die Gaby kannte. Und jetzt hatte Ulla ihr mit dem roten Schäufelchen Sand über die Weste geschüttet. Ulla musste sich noch nie den  traurigen Blick von Mama ansehen, sie wurde nie ausgeschimpft. Aber nicht nur
die Weste war schmutzig geworden, sondern auch die Überhosen, die Großmutter gestrickt hatte. Das musste bestimmt auch alles mit der Hand gewaschen werden, überlegte sich Gaby.

Die Blätter im Birnbaum, in dessen Schatten der Sandkasten  stand, raschelten. Wie schön sich das anhört, dachte Gaby. So schön. Als wenn…

„Gaby! Ulla!“ Mama rief aus der Küche. „Es wird gleich regnen. Sucht eure Sachen zusammen und kommt rein!“ Gaby schaute über das Tor, das die Straße vom Hof trennte. Dieses Törchen war geschlossen. Und Gaby hatte es auch bisher nicht anders erlebt, als dass es nur von den Eltern geöffnet werden konnte.
Papa sagte immer, dass es gut und richtig sein, das Törchen geschlossen zu halten, damit die Kinder nicht auf die Straße laufen konnten. „Ja, das würdet ihr sicher gern, das weiß ich,“ meinte er. „Ich wollte als Kind ja auch die Welt erkunden. Aber Mama und ich möchten, dass ihr hier in Sicherheit seid. Deshalb ist es besser, wie es so ist.“                                                                            
Es waren schöne blaue Wolken, die da ganz hinten zu sehen waren. „Guck
mal, Ulla“, sagte sie und wies auf eine merkwürdige Wolkenformation, „wie ein Schaf.“ Die Schwester blickte kaum auf, meinte aber, das sähe eher aus wie ein Kamel. Ulla war schon fünf Jahre alt, während Gaby grad vier geworden war. Doch das hielt die jüngere nicht davon ab, auf ihrem Schaf zu beharren. „Sieht doch
aus wie ein Schäfchen. Guck doch, da die ganzen Haare. Kann man doch genau sehen!“

„Das sind keine Haare, sondern ein Buckel, weil Kamele so einen Buckel haben. Und wenn es Schäfchen wären, dann würde man das ‚Fell‘ nennen, du Doofe!"  „Kommt ihr jetzt bitte?“ Mamas Stimme wurde ungeduldig.                



Gaby blitzte ihre ältere Schwester wütend an und brummelte dann: „Ist doch ein Schäfchen“, nahm das rote Schäufelchen und die 2 Eimerchen, die sie vorhin mit in den Sandkasten genommen hatte und tapste vorsichtig ins Haus, wo Mama ihr befahl, die Schuhe auszuziehen, bevor sie den Schmutz an der Strickweste entdeckte…

Kurz nach der Einschulung stellte sich heraus, dass Gaby zunächst mit erheblichen Problemen zu kämpfen hatte. Das Mädchen litt immer wieder unter Blasenkrankheiten und musste deshalb nicht nur des Öfteren zuhause bleiben, sondern während des Unterrichtes sehr häufig zur Toilette. Der Lehrer, Herr Schuberth, war voller
Misstrauen gegenüber dem ansonsten ja „pfiffigen“ Mädchen, wie er es nannte.
Als Gaby diesen Ausdruck zu ersten Mal vernahm, empörte sie sich, weil sie gar nicht pfeifen konnte. Aber der Papa klärte sie lachend auf, dass sie das auch gar nicht müsse. Es bedeute eben nur so etwas wie „schlau“ und „aufgeweckt“. Er schloss seinen kleinen  Vortrag mit den Worten: „Wenn der Schuberth das schon von dir sagt, dann bin ich richtig stolz auf dich!“

Jedenfalls wollte Herr Schuberth ein Attest oder eine Entschuldigung für die häufigen Toilettengänge des jungen Mädchens. Frau Schmidt  schrieb sie und sagte dann zu ihrer Tochter: „Der soll froh sein, dass er nicht  so oft muss.“ Worauf Gaby unter Lachen einwarf: „Aber auf die Mädchen-toilette darf er dann trotzdem nicht, oder?“ Da lachte auch Frau Schmidt.

 

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